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Bokken-Glanz?

Bokken und gut?Dass ein Bokken nun mal aus Holz besteht, ist bekannt. Doch wie sollte es am besten aussehen? Sollte ein Bokken mit »natürlicher« oder glänzender Oberfläche beschafft werden? Man liest auch davon, dass es ratsam sei, Bokken vor dem ersten Gebrauch (für z.B. die Kata) sorgfältig einzuölen. Muss ein Bokken gepflegt werden?Mit viel Glanz

»Glänzend« bedeutet zunächst einmal, dass das Holz, fachmännisch ausgedrückt, beschichtet wurde. Es liegt im Grunde eine plastisches, zumeist durchsichtiges Material als Schicht über dem Holz, kurz »Lack« genannt. Viele meinen, dass durch diese glänzende Beschichtung die Griffigkeit verloren geht. Das stimmt auch. Eine Beschichtung verankert sich in den Poren der Holzoberfläche und deckt diese mit einer recht glatten Fläche ab.

Vorteile: das Holz wird vor äußeren Einflüssen zuverlässig geschützt. Es dringt keine Handschweiss in die Poren ein. Kratzer auf dem Holz entstehen weniger. Das Bokken sieht länger gut aus. Durch die Beschichtung entwickelt sich ein schönes Aussehen der Holzmaserung. Die Holzoberfläche wird ein wenig vor Absplitterung bewahrt, wie es bei Partnerübung entstehen kann.

Nachteile: Glatte Oberfläche, glattes Greifen? Hier ist es unterschiedlich wie individuell. Bei viel Handschweiß wird der Griff rutschig. Aber so schlimm habe ich es nicht gesehen, dass jemandem deswegen das Bokken weggerutscht ist. Eine Lackierung ist unnatürlich. Wer weiß, welcher Art die eingesetzten Bindemittel sind? Sind einfache industrielle Schutzlacke mit allergieauslösenden oder hautschädigenden Potential verwendet worden? Man könnte es befürchten, weil viele Standard-Bokken billig in Dritte-Welt Ländern produziert werden.

Natürlich

Unbeschichtetes Holz mag für manch einem zu »nackt« daherkommen. Dem anderen offenbart sich eine gewisse Natürlichkeit und damit Schönheit.

Vorteile: die Holzporen sind offen, deswegen ist das Holz beim Anfassen griffiger. Die Oberfläche sieht nicht künstlich aus. Man hat Gewähr, dass keine (haut)schädlichen Stoffe aufgetragen sind (siehe oben: Industrielacke).

Nachteile: die Oberfläche verschmutzt schneller durch Ablagerungen und Hautschweiss. Man sieht auch schnell Kratzer und Gebrauchsspuren.

Insgesamt ist die Wahl von persönlichen Neigungen abhängig. Wer sicher gehen will, wählt unbeschichtete Bokken. Da bei hartem Feindkontakt (Partnerübung) die meisten Hölzer schnell mit Beulen übersäht werden, ist das Aussehen nur anfangs kaufentscheidend.

Natur veredelt

Natürlichen Ursprungs, aber gesund?Eine Alternative wäre die Behandlung mit natürlichen Bindemitteln, die in die Holzstruktur eindringen sollen. Gerne wird zum »Einölen« geraten. Von Leinöl-Firnis aus dem Baumarkt ist abzuraten, auch wenn es als eines der wenigen natürlichen Bindemittel selbsttrocknend ist und tief in das Holz einzudringen vermag. Im Firnis finden sich zugesetzte Trockenhilfsstoffe. Die dermatologische Wirkung ist nicht untersucht. Reines kaltgepresstes Leinöl ist hingegen unbedenklich; allerdings können die Trocknungszeiten sehr lang sein - mehrere Tage bis Wochen. Belohnt wird die Verwendung mit einer nach der Trocknung edel wirkenden Holzoberfläche bei stark angefeuertem Aussehen, also deutlich sichtbarer Maserung. Falls Sie Holz mit Leinöl einreiben, entsorgen Sie Putzlappen sehr sorgfältig. Die darin verbliebenen Leinölreste neigen bei Sauerstoffkontakt zur Selbstentzündung!

Wachse halten nicht und verkleben lediglich die Oberfläche. Tungöl, auch chinesisches Holzöl genannt, könnte als eine Alternative angesehen werden: es ist natürlichen Ursprungs, neutral, tief eindringend und wirksam schützend. Allerdings können bei unsauberer Produktion allergieauslösende Stoffe enthalten sein.

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