Iaido News

Gedanken zur Budophilosophie:
Über das Verhältnis Lehrer, Schüler, Weg

Beim Surfen durchs Netz stolperte ich über einen meiner Meinung nach sehr guten Seite zur Buduphilosophie, zu finden unter www.budostudienkreis.de. Auf dieser Seite werden viele Budo relevante Begriffe ausführlich erklärt.Einer dieser Begriffe oder Prinzipien ist das Verhältnis Lehrer, Schüler und Weg. Hierbei wird der Lehrer in drei Teile unterteilt. Einmal gibt es den idealen Lehrer. Dieser stellt so etwas wie den universellen Meister dar. Vielleicht könnte man auch sagen, dass der universelle Meister so etwas wie die Vorstellung von einem unausgeschöpften Potential darstellt, eine Fähigkeit, die man bei sich selber entwickeln möchte. Dann gibt es den tatsächlichichen Lehrer, der einem hilft dieses Potential, diese Fähigkeit zu entwickeln. Der tatsächliche Lehrer darf nicht mit dem idealen Meister verwechselt werden, da dieser, auch wenn er sein Potential erschlossen hat, immer noch ein Mensch bleibt. Da sich jeder Mensch einer sich ständig verändernden Realität ausgesetzt sieht, kann es keine Perfektion innerhalb der Erfahrung dieser menschlichen Realität geben. Er ist aber derjenige der dem Schüler helfen kann den inneren Lehrer, der im Schüler existiert zu erwecken. Den innere Lehrer verstehe ich als den Antrieb sich seinem Potential und seinen Fähigkeiten bewusst zu werden. Solange man diesen inneren Lehrer nicht in sich erweckt hat, kann es keinen wirklichen Fortschritt und keine wirkliche Verankerung des Lerninhaltes geben. Mit all seinen Trainingsmethoden, Erklärungen und Übungen kann der tatsächliche Lehrer nur erreichen, dass der innere Lehrer im Schüler wachgerüttelt wird, um sein eigenes noch unerschlossenes Potential zu verwirklichen. Man hat also den Dreiklang von Ewigem Meister (dem Weg), tatsächlichen Meister (Lehrer) und innerer Meister (Schüler). Diese Dreifaltigkeit taucht in fast jeder Religion wieder auf: Im Christentum ist es Vater (Weg), Sohn (Lehrer) und hl. Geist (Schüler). Ein Grund warum die allerhöchsten Graduierungen nur nach dem Tod eines Meisters verliehen werden können ist, dass die Person des reallen Meisters sich der Ur-Idee des Meister, dem Konzept des idealen Meisters, erst nach dem Tod annähern kann.

Als ganz persöniche Anmerkung möchte ich hinzufügen, dass dies in meinen Augen bedeutet, dass jede zu starke, rein äusserliche Fokusierung auf einen Lehrer geradezu verhindert, dass man den inneren Lehrer in sich erwecken kann.

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