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Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg - japanische Kleidung selbst gemacht

Besser passend gekleidet.Eigentlich eine ganz einfache Frage. Wo gibt es billige Hakamas, die man sich so gestalten kann, wie man selbst will? Wie bekomme ich traditionelle japanische Kleidung z.B. Haori oder einen Kimono möglichst billig und in meiner Größe, ohne die Importe aus Japan zu kaufen? Zum Beispiel aus ganz besonderem Stoff oder in einer etwas ausgefallenen Farbe? Am besten wäre natürlich selber machen, aber nee, das wird eh nichts. Oder doch?Denn wozu gibt es das Internet. Wenn man sich hier auf die Suche macht, wird man nicht unbedingt sofort fündig, dafür nach längerer Suche umso mehr belohnt. Denn es gibt sie tatsächlich, die Seelenverwandten, die diese Projekte bereits durchgeführt haben und sogar die Muße hatten, diese als Anleitungen ins Internet zu stellen.

Hier findet man zum Beispiel eine komplett bebilderte, deutsche Anleitung zum Selbermachen für einen Hakama. Mit Schnittmuster als PDF zum Download. So kann man sich für den sonnigen Tag im Park ein etwas Luftigeres nähen, in knallig-rot, ein etwas Engeres in schwarz für zuhause und ein paar weitere für die Freunde zum Geburtstag. Natürlich maßgeschneidert. Gute Stoffe vorausgesetzt und etwas Übung, ist diese Lösung mit Sicherheit besser als die, einen Hakama einfach im Laden zu kaufen.

Hat man sich dann einen ganzen Satz davon in den unterschiedlichsten Stoffen und Farben gebastelt, müssen diese ja auch irgendwie in den Schrank kommen. Wer mag schon zerknitterte Seidenhakamas? Doch dafür gibt es ebenfalls Lösungen, die besser kaum sein könnten. Die Linksammlung Tsurune hat da bereits gute Arbeit geleistet. Dort findet man nicht nur die Anleitungen zum Falten eines Hakamas, sondern auch die fürs Binden, die verschiedenen Knoten und—wenn man will—noch gleich die Faltungen für Kimono und Gi dazu. Einige der Seiten sind auf Japanisch, aber die Bilder sprechen mehr als für sich selbst. Dann gibt es auch noch Zeichnungen, die mit Farben die unterschiedlichen Teile des Hakamas kennzeichnen—wirklich praktisch.

Apropos Kimono, natürlich zieht man unter einem Hakama einen Kimono an. Hat man nicht? Dem Suchenden kann geholfen werden. Auf der Seite Verflixt & Zugenäht findet man die passende Anleitung für einen Unisex Kimono, Größenangaben und Schnittanleitung inklusive. Sogar Links für gute Seidenstoffe sind dabei. Und ist einem das immer noch nicht gut genug, hat diese Seite noch mehr Infos über Kimonos und ebenfalls noch Schnittmuster und Pflegetipps. Eine andere Seite (http://www.haunreiter.info/japan/kimono.htm) bietet neben Anleitung für Kimono noch eine für ein Zafu (Meditationskissen) und einige Anregungen für Zen-Interessierte.

Wer dann schon den Überblick verloren hat, der braucht sich nicht scheuen, auch dafür das Internet zurate zu ziehen. Auf Japanese Kimonos gibt es eine gut sortierte Übersicht über das Anziehen und die unterschiedlichen Arten von Kimonos und wie diese mit Zori-Sandalen und Hakama zu tragen sind. Auch Wikipedia ist eine gute Quelle für die nötigen Informationen, wenn man die Namen dieser Kleidungsstücke, wie Komon, Mofuku, Irotomesode u.ä. mal verwechseln sollte oder keinen Lust hat, in einem Hochzeitskimono von seinen japanischen Freunden ausgelacht zu werden, nur weil man sich die falsche Schnittvorlage gesucht hat. Kann ja mal passieren. Auch der englische Teil des Internets bietet noch einiges. Auf Hanami Web gibt es nochmal diverse Dinge zu lesen, über z.B die Namen der unterschiedlichen Teile eines Kimonos. Hier findet sich auch noch einiges über die Kultur Japans, die sich zum großen Teil in der traditionellen Kleidung wiederspiegelt.

Und noch etwas: Die Frauen, die sich bis jetzt bei dem ganzen Kimonokrams nicht genügend beachtet fühlen, denn Kimonos werden auch oft von Männern getragen, wie einige dieser Links zeigen, können diese Seite besuchen, die neben allgemeinen Informationen auch noch Frisurentipps, Unterwäsche und sonstige Dinge auflistet, extra für das weibliche Geschlecht.

Falls man dann noch unterschiedliche Hakama-Arten kennenlernen will, dem sei—nur aus Interesse—mal diese Seite ans Herz gelegt. Dort findet man die unterschiedlichsten Hakama-Varianten zum Kaufen, man kann sogar Hakama-Arten finden, die man gar nicht gesucht bzw. kaum für möglich gehalten hat. Und dennoch haben auch diese eine Geschichte und einen Anlass, zu dem sie getragen wurden (werden).

Aber für die ganz Akkuraten fehlt auch jetzt immer noch was. Nämlich der Haori. Eine förmliche Überjacke für den anspruchsvollen Bastler bzw. die anspruchsvolle Bastlerin. Da gibt es die nämlich die Nähfeen, aber diese legen einem keine Stricknadeln oder so unters Kopfkissen, sondern helfen einem beim Schneidern eines Haori. Sogar für »Faule« ist diese Anleitung geeignet, denn sie reduziert die Nähte auf ein Minimum, um dieses lange Gewand auch noch schnell reproduzierbar zu machen, falls man plötzlich ganz viele davon braucht :-)

Es herrscht also wirklich kein Mangel an Anleitungen, Bilder, Hilfen, Informationen und so weiter und so fort. Man muss nur lange und konsequent suchen und auch mal einige Links anklicken, die z.B bei Wikipedia unter »Referenzen« stehen. Ebenfalls ist es oft sinnvoll, sich den gleichen Artikel auf Wikipedia mal in englisch anzugucken. Die haben häufig andere Referenzen und damit kann man dann wieder mehr anfangen.

Ich wünsche viel Spaß beim Nähen, Lesen und einfach nur Spaß haben.

Thorben Schmirander

Kommentare

  • Rabin

    Hallo,

    eine sehr schöne Seite!! Leider ist der letzte Link "Anleitung" nicht mehr aktuell
  • Christian Wagner

    Hallo Rabin,

    ich habe den Link im Artikel korrigiert.

    Der Einstieg zur Seite des Artikels ist:
    http://www.micmic.at/naehfe...

    Danke für den Hinweis und beste Grüße!
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