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Die Formen der Seitei-iai in Kanji (Teil 2)

Erläuterung zu den Kanji von Tsukaate, Kesagiri und Morotetsuki

Tsukaate

Tsukaate

Wie man sehen kann, werden für Tsukaate zwei Kanji verwendet. „Tsuka“, das erste Kanji, bezeichnet den Griff des Schwertes. Das zweite Kanji, „-ate“, stammt von dem Wort „a(teru)“ oder „a(taru)“ und bedeutet „treffen, zutreffen“. Zusammen also „Treffen mit dem Griff des Schwertes“. Das zweite Kanji kann übrigens auch als „to“ gelesen werden und taucht z.B. in dem Wort „honto“ auf („Wahrheit“, sozusagen das Treffen der Wurzel einer Angelegenheit).

Kesagiri

Kesagiri

Diese Form wird gleich mit drei Kanji geschrieben, wobei die ersten beiden unmittelbar zusammengehören. Sie bedeuten zusammen „Kesa“, die Bezeichnung für ein Mönchsgewand. Das dritte Kanji heiß eigentlich „-kiri“, stammt von „ki(ru), ki(reru)“ und wird uns, da es „schneiden“ bedeutet, noch bei einigen anderen Formen über den Weg laufen. Der hintere Teil dieses dritten Kanjis ist einzeln stehend das Zeichen für „Schwert“. Zusammengesetzt also der „Schnitt entlang des Mönchsgewandes“.

Warum heißt es in der zusammengesetzen Form aber „-giri“ und nicht „-kiri“? Wenn direkt vor dem „-k-“ ein Vokal steht, in diesem Fall ein „-a-“, wird das „-k-“ stimmhaft, wie es so schön in der Phonetik heißt – und wird damit zum „-g-„, Was das im Klartext heißt? Die Position von Lippen und Zunge sind bei der Aussprache des Lautes gleich, nur sind einmal die Stimmbänder ‚eingeschaltet’, das andere Mal nicht (ist auch der Fall bei P+B, T+D...). Dieses Prinzip taucht im Japanischen recht häufig bei zusammengesetzten Worten auf...

Morotetsuki

Morotetsuki

Auch hier werden wieder drei Kanji verwendet, die in diesem Fall aber auch einzeln stehend eigenständige Bedeutungen haben. Das erste Zeichen steht für „-moro“, was allerdings eine ältere Lesung zu sein scheint (die neuere Lesung ist „-sho“) und bedeutet „alle, verschiedene“. Das zweite Kanji wird hier „-te“ gelesen und bedeutet „Hand“, was man dem Aussehen nach auch noch grob erahnen kann.. Auch diese Zeichen wird uns noch mehrfach begegnen, zum Beispiel in Soetetsuki. Das letzte Zeichen „-tsu(ku)“ bedeutet „stoßen, schlagen, stechen“. Also ein „Stich mit allen (beiden) Händen zusammen"

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