Iaido News

Zurück zu den Wurzeln: Die Iaido-Vorführung im Museum für Völkerkunde

Museum für VölkerkundeDas Museum für Völkerkunde in Hamburg bietet nicht zum ersten Mal eine Iaido-Vorführung auf einer Festveranstaltung an. Letztes Jahr war es für die sechs teilnehmenden Iaidoka allerdings eine Art Reise zurück zu den Wurzeln. Nicht das japanische Sommerfest, sondern eine buddhistische Ausstellung bot den Rahmen für die etwa halbstündige Vorführung, welche am 22. Juli 2005 im Hörsaal des Museums stattgefunden hat. Doch von Anfang an: Im Juni 2005 erreichte das Hansa-Dojo eine Anfrage, ob man während der einwöchigen Ausstellung in Hamburg japanischen Schwertkampf zeigen könne. Im Unterschied zu früheren Veranstaltungen sollte bei dieser Vorführung jedoch auch über die buddhistischen Wurzeln des Iai informiert werden: Das sogenannte Maitreya-Projekt (www.maitreyaproject-hamburg.de) ist nämlich eine Wanderausstellung, bei der äußert seltene und kostbare buddhistische Reliquien der Öffentlichkeit gezeigt werden, bevor man diese in einer großen Bronzestatue in Indien versiegelt. Eine Zusage war Ehrensache!

Waren die buddhistischen Einflüsse unseres täglichen Trainings für den einen oder anderen vielleicht ein wenig in Vergessenheit geraten, konnte dies bei der Vorbereitung des Programms wieder aufgefrischt werden. Zum Beispiel wurde lange darüber gerätselt, was es mit den Falten des Hakamas doch gleich auf sich hatte. Die fünf Tugenden waren bekannt. Aber es sitzen auf der Rückseite ja noch zwei weitere Falten, die im Vortragstext dann geflissentlich übergangen wurden. Sie symbolisieren übrigens die zwei Kriegsgötter Take-Mikazuchi-no-Kami und Futsu-Nushi-no-Kami. Die Verbindung der beiden Falten repräsentiert die Sonnengöttin Amaterasu-Omikami. Vereint stellen sie das Prinzip Wa (Harmonie) dar.

Die Gruppe Iaidoka um Tim Komischke (1. Dan), der wie immer die Moderation übernahm, hatte dieses Mal einen feierlichen Rahmen für die Vorführung zur Verfügung: Der Hörsaal des Völkerkundemuseums war festlich geschmückt, es roch nach Räucherwerk und das Publikum war zahlreich und interessiert. Neben einer kleinen Auswahl an Suburi-Übungen wurden Katas aller Schulen gezeigt, darunter auch Hasegawa Eishin Ryu. Anschließend gab es eine umfangreiche Frage-und-Antwort-Session und die mitgebrachten Flyer waren schnell verteilt. Offensichtlich hat die Darbietung bei den Zuschauern einen guten Eindruck hinterlassen, denn nach der Vorführung wurde ausdrücklich die Leichtigkeit betont, die die gemachten Übungen vermittelt hätten. An dieser Stelle konnte sich so mancher Iaidoka ein Grinsen nicht verkneifen: Die Hitze der Scheinwerfer, der rauhe Boden und die beengten Platzverhältnisse auf der Bühne hatten bei der Ausführung der Formen eher für Verzweiflung gesorgt.

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